Lipase
aus Chemipedia, der freien Wissensdatenbank
Lipasen sind zur Gruppe III der EC-Klassifikation gehörende Enzyme, die Lipide wie Triglyceride oder Diglyceride zu Glycerin und freien Fettsäuren umwandeln, indem die Esterbindung zwischen Glycerin und Fettsäure katalytisch gespalten wird. Im eigentlichen Sinne bezeichnet der Ausdruck die pankreasspezifische enterale Lipase (siehe unten).
Je nach Lokalisation unterscheidet man verschiedene Formen:
- Die Lipoproteinlipasen (LPL) befinden sich auf der extrazellulären Membranseite von Endothelzellen in verschiedenen Gewebe (unter anderem Fettgewebe); sie können die im Blut an Lipoproteine gebundenen Fette spalten und damit für die zelluläre Aufnahme vorbereiten.
- Die Pankreaslipase (synonym: Steapsin) wird in den exokrinen Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse synthetisiert und gelangt über den Ductus choledochus in das Duodenum. Dort spaltet sie die Nahrungsfette in Fettsäuren, Glycerin und Mono- beziehungsweise Diacylglycerine. Diese können dann in Form von Mizellen zusammen mit Hilfe von Gallensalzen in die Enterozyten aufgenommen werden. Bei einer akuten Pankreatitis kann es zu erhöhten Serum-Werten kommen.
Vielen Waschmitteln wird Lipase zu Erhöhung der Reinigungsleistung beigemischt.
